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Unee tugaluulach → Englisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch.


Unee tugaluulach (dt.: „die Kühe kalben lassen“) ist eine Mancalavariante, die von Kasachen gespielt wird, die im Westen der Mongolei nahe der chinesischen Grenze leben. Das Spiel wurde erstmals 1963 von Namzhildorzh beschrieben.

Spielregeln

Unee tugaluulach wird auf einem Brett („kölög“) gespielt, das aus 2x3=6 Mulden besteht.

In jeder Spielmulde liegen am Anfang sechs Kotballen („korgol“), meist von Schafen oder Ziegen, manchmal auch von Kamelen.

Unee1

Grundaufstellung

Wenn ein Spieler am Zug ist, nimmt er den Inhalt einer seiner Spielmulden und verteilt ihn im Uhrzeigersinn einzeln auf die folgenden Mulden. Der Uhrzeigersinn entspricht der Bewegungsrichtung der Sonne, wohingegen die entgegengesetzte Richtung bei den Mongolen als „néfaste“ („weiblich“) gilt.

Fällt der letzte Ballen in eine eigene Mulde, die mit ihm zusammen dann vier Ballen enthält, ist ihr Inhalt geschlagen und wird vom Brett genommen.

Die Partie ist zu Ende, wenn ein Spieler nicht mehr ziehen kann oder sich die Stellung auf dem Brett wiederholt.

Der Spieler, der zuletzt ziehen konnte, bekommt die Ballen, die sich noch auf dem Brett befinden.

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Eine zyklische Stellung von Jörn Eichler, Hannover (2009) - Süd am Zug. Hinweis: Schlagen verliert!

Es gewinnt der Spieler, der mehr Ballen besitzt.

Leider ist nicht bekannt, was passiert, wenn sich die Brettstellung wiederholt. Möglich ist, dass dann die Partie als unentschieden gilt, nicht gewertet wird oder jeder Spieler die Ballen bekommt, die auf seiner Seite sind (wie in Oware).

Sonstiges

Eine Mulde, die einen Ballen enthält, heißt „ünee“ („Kuh“), eine mit zwei Ballen heißt „buch ünee kojor“ („Kuh und Bulle“), eine mit drei Ballen „ünee delegnene“ („Kuh mit aufgeblähtem Euter“) und eine mit vier Ballen „ünee tugalsan“ („Kuh, welche gekalbt hat“).

Quellen

Namzhildorzh, N.
Mongolyn (Xölögt) Togloom. Ulan Bator (Mongolei) 1963 (Band I.), 85-102.
Popova, A.
Analyse formelle et classification des jeux de calculs mongols. In: Études Mongoles 1974 ; 5 : 7-60.

Copyright

© Ralf Gering
Unter der CC by-sa 2.5 Lizenz.

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