FANDOM


Piç → Englisch.


Piç (sprich "Pitsch") ist ein Mancalaspiel, das in Oguzkent gespielt wird, einem Dorf bei Erzurum (Ostanatolien), Türkei. Es wurde zuerst von Osman Sinayuç 1974 beschrieben.

Das Spiel scheint mit Togus Kumalak verwandt zu sein, dem nationalen Mancalaspiel der Kasachen und Kirgisen.

Beide Spiele haben folgende Regeln gemeinsam:

  • der Inhalt von Mulden, die mehr als einen Spielstein enthalten, werden auf dieselbe Weise bewegt
  • Spielsteine werden auf dieselbe Weise geschlagen
  • gegnerische Mulden können erobert und in eigene Sammelmulden verwandelt werden, wenn der letzte Spielstein den Inhalt einer Mulde auf drei Steine auffüllt

Piç und Togus Kumalak haben wahrscheinlich einen gemeinsamen Urahn, der schon existierte, als die Türken aus Zentralasien im 12. Jahrhundert n. Chr. nach Anatolien wanderten.

Piç ist ein "brettloses" Brettspiel, das ohne Mulden gespielt wird. Die Spielsteine sind entweder Maiskörner oder Bohnen.

SpielregelnEdit

Piç kann mit zwei bis fünf Spielern gespielt werden. Am Anfang hat jeder Spieler drei Haufen Bohnen oder Maiskörner, wobei jeder Haufen aus zwölf oder neun Spielsteinen besteht. Diese Haufen werden Kuy genannt.

Der Spieler, der am Zug ist, nimmt alle Spielsteine eine seiner Haufen, der wenigstens zwei Samen haben muss, und verteilt sie im Uhrzeigersinn auf die folgenden Haufen. Der erste Spielstein muss jedoch wieder auf den entleerten Platz gelegt werden.

Einzelsteine können nicht bewegt werden.

Wenn es einem Spieler gelingt, einen gegnerischen Haufen auf drei Spielsteine mit dem letzten Samen, den er vertelt, aufzufüllen, gehört ihm dieser Haufen. Dieser wird dann markiert, indem er mit Kreide eingekreist wird. Jeder Spielstein, der in diesen Haufen gelegt wird, geht in seinen Besitz über. Eine derartige Mulde, die nun als Sammelmulde dient, wird Piç genannt. ("Bastard", "uneheliches Kind").

Es besteht Zugzwang. Wenn ein Spieler aber nicht ziehen kann, setzt er aus, bis er wieder etwas zum Spielen hat.

Die Partie endet, wenn niemand mehr ziehen kann.

Der Spieler, der am Ende die meisten Spielsteine besitzt (Einzelsteine und alle Spielsteine, die sich in seinen Piç angesammelt haben), ist der Sieger.

ZitatEdit

"Es gibt eine Menge Strategie in dem Spiel und doch kann man nicht vorausplanen, wenn man am Zug ist, da das Verteilen sehr schnell vonstatten gehen muss. Deshalb überlegt man, wenn der Gegner spielt."

Metin And (1979)

QuellenEdit

And, M. 
Some Notes on Aspects and Functions of Turkish Folk Games. In: The Journal of American Folklore 1979; 21 (1): 44-64.
And, M. 
Çocuk Oyunlarinin Kül Türümüzde Yerrý Ve Önemý. Undatiert.
Sinayuç, O.
Oğuzkent'te Zihinsel bir oyun: Piç. In: Türk Folklar Araştırmaları 1974; 29 (6).


CopyrightEdit

Adaptiert vom Wikinfo-Artikel, "Piç" http://www.wikinfo.org/index.php/Pi%C3%A7, verwendet unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Ad blocker interference detected!


Wikia is a free-to-use site that makes money from advertising. We have a modified experience for viewers using ad blockers

Wikia is not accessible if you’ve made further modifications. Remove the custom ad blocker rule(s) and the page will load as expected.