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Kisolo (Deutsch)

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Kisolo → Englisch, Italienisch.


Luba figure

Anthropomorphes Brett der Luba

Kisolo (auch: Cisolo; dt.: „Plauderstündchen“) wird von den Luba, Lulua und Songye im Südosten der Demokratischen Republik Kongo gespielt. Die Wurzel „solo“ ist neben „wari“ und „mankala“ eine der in Afrika am weitesten verbreiteten Bezeichnungen für Muldenspiele. Sie ist vermutlich mit dem Verb „kusola“ verwandt, welches „Samen erzeugen“ bedeutet.

Kisolo ist mit dem ugandischen Coro verwandt, was eines der größten Rätsel in der Verbreitung von Mankala-Varianten darstellt. Die ungewöhnliche Weise, wie in Kisolo Steine verteilt werden, findet sich sonst nur in Ostafrika und Indien.

Das traditionelle Holzbrett ruht meist auf einem runden Sockel, der manchmal von menschlichen Figuren geschmückt wird, was in diesem Teil Afrikas selten ist. Die Felder sind meist rund, in Shaba auch quadratisch. Wenn die Samen des Ngola-Baums (Pictantus makombo) oder des Menga (Canarium schweinfurtii) benutzt werden, erreicht das Brett eine Größe von etwa 70 x 35 cm. Bei kleineren Samen ist das Brett dagegen entsprechend kleiner.


„Daba verstand nicht die Ursache dieser Feindseligkeit. Den ganzen Tag lang blieb er auf einer Bank im Schatten eines Mango-Baumes sitzen, dann in einem Fall verbrachte er die Zeit bei Kisolo-Spielern.“

Pierre Makombo Bamboté (1966)


SpielregelnEdit

Kisolo wird auf einem Brett gespielt, das aus 4x7=28 Mulden besteht, manchmal aber auch nur aus 4x6=24 Mulden.

In jeder äußeren Mulde liegen am Anfang der Partie drei Samen („masoko“). Insgesamt werden 42 Samen benötigt.

Kisolo1

Startposition

Es kann am Anfang eines Zuges nicht geschlagen werden, wenn sich keine zwei gefüllten Mulden in den beiden inneren Reihen gegenüber liegen.

Dann entleert ein Spieler eine Mulde seiner Bretthälfte und verteilt ihren Inhalt einzeln entgegen den Uhrzeigersinn auf die folgenden Mulden seiner Seite. Kann der Spieler danach immer noch nicht schlagen, wird der Inhalt der folgenden Mulde ebenfalls gegen den Uhrzeigersinn verteilt.

Ist die folgende Mulde leer, endet der Zug.

Wenn nicht geschlagen werden kann, muss auf diese Weise gezogen werden, bis der letzte Same in eine Mulde fällt, auf die eine leere Mulde folgt.

Es kann entweder am Anfang eines Zuges, während oder nach einem Zug geschlagen werden.

Es wird geschlagen, wenn sich zwei gefüllte Mulden auf den inneren Reihen gegenüber liegen. Am Anfang eines Zuges können diese Mulden überall sein, später müssen sie hinter dem zuletzt verteilten Samen liegen.

Wenn geschlagen wird, wird der Inhalt beider gegenüber liegenden, gegnerischen Mulden genommen und auf der eigenen Seite im Gegenuhrzeigersinn verteilt. Dabei muss der erste Samen in die eigene gefüllte Mulde, welche das Schlagen bewirkte, gelegt werden.

Wenn der Inhalt einer inneren Mulde geschlagen wird, muss auch der Inhalt der dahinterliegenden, äußeren Mulde genommen werden, doch wird auch geschlagen, wenn nur die innere gegnerische Mulde gefüllt ist.

Es muss geschlagen werden, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Bei mehreren Möglichkeiten ist es dem Spieler aber frei gestellt, wie viele Samen er schlägt.

Es verliert der Spieler, der keine Samen mehr in den Mulden der inneren Reihe hat, nachdem er bereits Samen in der inneren Reihe hatte.

Es gewinnt, wer zuerst erreicht, dass sein Gegner keine Steine mehr in seiner inneren Reihe hat.

Ein Unentschieden ist nicht möglich.

QuellenEdit

Avelot, R. 
Le Jeu des Godets. In : Bulletin de la Societé d'Anthropologie de Paris 1907 ; 7 (5).
Bamboté, P. M. 
Randonnées de Daba de Ouadda à Bangui. Dakar (Senegal), Paris (Frankreich) 1966, 44.
Cameron, V. L. 
À travers l'Afrique: Voyage de Zanzibar à Benguela. Éditions Hachette, Paris (France) 1878.
Centner, T. H. 
L'Enfant Africain et ses Jeux dans le Cadre de la Vie traditionelle au Katanga. In : Collections Mémoires CEPSI. Elisabethville (Democratische Republik Kongo) 1963: No. 17.
Godart, L. & Goubé, C.
De l’esclavage à la liberté. L’œuvre de libération de la Mission Sainte Famille. Saint-Paul, Bangui (Zentralafrikanische Republik) 1987.
Mabou, M.
Culture locale et organisation de l’espace urbain de Bangui (Centrafrique) (Doctoral Thesis). Université de Provence, Aix-Marseille (Frankreich) 1995.
Quefeléc, A.
Le Français en Centrafrique: Lexique et Societé. EDICEF / AUFELF, Vanves (Frankreich) 1997.
Russ, L. 
The Complete Mancala Games Book: How to Play the World's Oldest Board Games. Marlowe & Company, New York (USA) 2000, 120-121.
Townshend, P. 
Les Jeux de Mankala au Zaïre, au Ruanda et au Burundi. In: Les Cahiers de CEDAF / ASDOC Studies. Institut Africain. CEDAF / Africa Instituut-ASDOC, Tervuren (Belgien) 1977 (3): 13-14.
Yavoucko, C.
Crepuscule et defi, kite na kite. L'Harmattan, Paris (Frankreich) 1979.


CopyrightEdit

© Ralf Gering
Unter der CC by-sa 2.5 Lizens.

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