FANDOM


Felix von Luschan → Englisch.


Felix Ritter von Luschan (* 11. August 1854 in Hollabrunn, Niederösterreich; † 7. Februar 1924 in Berlin) war Arzt, Anthropologe, Forschungsreisender, Archäologe und Ethnograph.

Leben

Er studierte Medizin in Wien und Anthropologie in Paris. 1878/79 war er Militärarzt in Bosnien und bereiste Dalmatien, Montenegro und Albanien. 1882 wurde er Privatdozent an der Universität Wien, 1885 Assistent am „Königlichen Museum für Völkerkunde“ (heute Ethnologisches Museum) in Berlin und war von 1904 bis 1911 Direktor der Afrika- und Ozeanien-Abteilung dieses Museums. Er habilitierte sich 1888 und wurde 1904 außerordentlicher und 1911 ordentlicher Professor mit dem ersten Lehrstuhl für Anthropologie an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität.

Forschung

Zu Beginn seiner Laufbahn forschte Felix von Luschan gemeinsam mit Otto Benndorf in Lykien (Südwesttürkei). Bei Zincirli entdeckte er die Ruinen von Sam’al, der Hauptstadt eines späthethitischen Kleinfürstentums, die er 1888 bis 1902 freilegte. Während der dortigen Ausgrabungen entdeckte er auch die nahe gelegene hethitische Bildhauerwerkstatt von Yesemek. 1905 unternahm er Forschungsreisen nach Südafrika. Als Direktor des Museums für Völkerkunde in Berlin erwarb er die „Altertümer von Benin“, eine Gruppe von Elfenbeinschnitzereien und Bronzefiguren.

Die nach Felix von Luschan benannte Von-Luschan-Skala diente in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Klassifizierung von Hautfarben.

Werke (Auswahl)

  • Beiträge zur Völkerkunde der deutschen Schutzgebiete. Reimer, Berlin 1897
  • Anthropologie, Ethnographie und Urgeschichte. 3. Aufl. Jänecke, Hannover 1905
  • Die Altertümer von Benin. 1919
  • Völker, Rassen, Sprachen. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1927

Literatur

  • Andreas E. Furtwängler: Luschan, Felix von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd. 15, Berlin 1987, S. 528 f.
  • Liselotte Knoll: Felix von Luschan. Ergänzungen und Beiträge zu biographischen Daten eines Pioniers der Ethnologie. Diplomarbeit der Universität Wien 2004
  • Christine Stelzig: Felix von Luschan. Ein kunstsinniger Manager am Königlichen Museum für Völkerkunde zu Berlin. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.) „… Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast, Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2
  • Adelheid Zeller: Felix von Luschan. Seine Bedeutung für die Beninforschung. Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte. Diplomarbeit der Universität Wien 2004

Weblinks

Copyright

Adaptiert von dem Wikipedia Artikel "Felix von Luschan" http://de.wikipedia.org/wiki/Felix_von_Luschan, unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

Ad blocker interference detected!


Wikia is a free-to-use site that makes money from advertising. We have a modified experience for viewers using ad blockers

Wikia is not accessible if you’ve made further modifications. Remove the custom ad blocker rule(s) and the page will load as expected.